Gründe für die Schließung des Hauses nachvollziehbar

Zügig soll nun ein Konzept für die zukünftige Nutzung des Gebäudes entwickelt werden

Geschäftsführer Michael Osypka erläutert auf der Bürgerversammlung ausführlich die Gründe für die Schließung des Marienkrankenhauses Flörsheim

30.05.2017

Dass die Betroffenheit über die Entscheidung des Trägers groß ist, das Marienkrankenhaus in Flörsheim am Main zum 30. September 2017 zu schließen, das war auch bei der Bürgerversammlung am vergangenen Montag mit Händen zu greifen. Aber die meisten der Anwesenden, unter ihnen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses, konnten die Argumentation von Geschäftsführer Michael Osypka nachvollziehen. Dieser legte noch einmal in aller Ausführlichkeit dar, dass in erster Linie wirtschaftliche Gründe für diesen Schritt ausschlaggebend sind. Da ist zum einen die strukturelle Benachteiligung von Belegabteilungen gegenüber Hauptfachabteilungen; zum anderen vergüten die Kostenträger die Leistungen in der konservativen Orthopädie nicht adäquat, prüfen in jedem Einzelfall, ob eine stationäre Behandlung notwendig und sinnvoll ist. Weil ein wesentlicher Schwerpunkt in der stationären Arbeit der Flörsheimer Orthopäden aber genau auf dieser konservativen, also nicht-operativen Behandlung liegt, ist das Haus tief in die roten Zahlen abgerutscht. Eine realistische Perspektive, das sich dieses nachhaltig ändert, besteht nicht.

Deshalb gilt es nun das Augenmerk darauf zu richten, erstens allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz behilflich zu sein, und geht es zweitens darum, ein Nachnutzungskonzept für das Gebäude zu finden. Weil der Träger das Haus möglichst als eine soziale Einrichtung erhalten will, „haben wir großes Interesse daran, dass die Belegärzte und Therapeuten, die ihre Praxis im Krankenhaus haben, hier bleiben“, so Michael Osypka. Ob zusätzliche (Arzt)-Praxen hier angesiedelt werden können, ob beispielsweise seniorengerechte Wohnungen eingerichtet werden oder aus einem Teil des Hauses ein Seniorenheim wird, das soll zügig entwickelt werden. Der Freundes- und Förderkreis wird den Träger dabei sicherlich nach Kräften unterstützen.